TOD IM STASIKNAST

Warum starb Matthias Domaschk?

 

Erstausstrahlung am 02.10.2005 / ARD

Am 12. 04. 1981 starb Matthias Domaschk in der Untersuchungshaftanstalt des MfS in Gera.  Als Todesursache erklärte das Ministerium für Staatssicherheit später Suizid. Der Tod von Domaschk verunsicherte besonders die oppositionellen Akteure der kirchlichen Jugendarbeit Jenas. Gleichzeitig wirkte sein Tod für sie als Fanal für weiteres politisches Engagement und radikalisierte ihre Bereitschaft zu politischem Widerstand. Jena wurde zur „Hauptstadt der ostdeutschen Opposition“. Der Film erzählt vom Leben Matthias Domaschks. Am 12. 04. 1981 starb Matthias Domaschk in der Untersuchungshaftanstalt des MfS in Gera.  Als Todesursache erklärte das Ministerium für Staatssicherheit später Suizid. Der Tod von Domaschk verunsicherte besonders die oppositionellen Akteure der kirchlichen Jugendarbeit Jenas. Gleichzeitig wirkte sein Tod für sie als Fanal für weiteres politisches Engagement und radikalisierte ihre Bereitschaft zu politischem Widerstand. Jena wurde zur „Hauptstadt der ostdeutschen Opposition“. Der Film erzählt vom Leben Matthias Domaschks. Vier seiner Weggefährten und Freunde schildern aus eigenem Erleben in welcher Zeit, in welchem Land Sie aufwuchsen. Der Tod im Stasiknast beschäftigt Renate Ellmenreich, Thomas „Kaktus“ Grund, Peter „Blase“ Rösch und Walter Schilling noch heute. „Matz“ wie sie ihn nannten, war kein Held. Sein Schicksal hätte auch andere ereilen können. Noch immer ist die Todesursache nicht zweifelsfrei geklärt. Damals rebellierten Tausende gegen die wachsende geistige Eingrenzung durch den Staat. Viele haben das Land verlassen oder wurden ausgewiesen. Matthias Domaschk war in der Jungen Gemeinde Stadtmitte in Jena engagiert. Die Biermann-Ausbürgerung war für ihn und seine Freunde ein Wendepunkt. Immer stärker geriet die Junge Gemeinde Stadtmitte Jena ins Visier der Staatsicherheit. Junge Menschen aus der ganzen Republik fühlten sich von den Aktionen und Visionen in Jena angezogen. Das MfS spielte seine ganze Macht aus. Neben den Schilderungen von Zeitzeugen, geben bislang unbekannte Archivmaterialien einen tiefen Einblick in die Zeit einer rebellischen Jugend. Die privaten 8mm-Filme von Thomas „Kaktus“ Grund haben Seltenheitswert. Gefilmt wurden in Thüringen junge Leute, die auf ihre eigene Art offen Protest gegen die DDR-Politik zur Schau trugen. Es waren nicht die langen Haare, die Jeans und die Art zu tanzen - hinter den Aufnahmen steckt mehr und man glaubt heute kaum, dass sie wirklich zu Beginn der Achtziger Jahre in der ehemaligen DDR aufgenommen worden sind. Der Tod von Matthias Domaschk bildet den tragischen Höhepunkt des Filmes.

Der Film ist eine Produktion von armadaFILM, gefördert mit Mitteln Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, im Auftrag des MDR-Fernsehens.

CREDITS

Autor: ANDREAS KUNO RICHTER, Kamera: TOM FRANKE, Schnitt: CHRISTIAN MINDER, Fachberatung: DR: HENNING PIETZSCH, Musik: LOS BANDITOS, Sprecher: OTTO SANDER, Tonmischung: SVEN PIESKER, Redaktion Stiftung Aufarbeitung: DR. SABINE ROSS, Redaktion MDR: SASKIA BARTHEL, Produktion MDR: ECKHARD GROSCH, Regie & Produktion: TOM FRANKE

Die DVD mit umfangreichen Begleitmaterial gibt es hier.

Rezension der Berliner Zeitung

2005