BRIEFE AN FREUNDE

Die Ostdeutschen und die SU

 

Erstausstrahlung am 02.12.2011/rbb

Die Dokumentation zeichnet ein Bild, das einseitige Sichtweisen vermeidet, unter die Oberfläche der Propaganda blickt und die Ambivalenz der Beziehung zwischen der DDR und ihrem "großen Bruder" herausarbeitet. "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!" Diese Losung bestimmte den politischen Alltag in der DDR. Die Sowjetunion wurde von der Staats und Parteiführung der DDR als Vorbild aller gesellschaftlichen Bereiche propagiert und die "Deutsch Sowjetische Freundschaft" nie in Frage gestellt. War die Staats und Parteiführung an einer kontrollierten Umsetzung der "Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" interessiert, so erschwerte und unterband sie überwiegend die freie Kontaktaufnahme zu Bürgern der Sowjetunion. Ein Großteil der DDR-Bevölkerung betrachtete die sowjethörige Jubelpropaganda als leere Hülle als agitatorische Floskeln, die nichts mit ihrer Lebensrealität zu tun hatten. Die "Gesellschaft für Deutsch Sowjetische Freundschaft" (DSF) war eine in allen Bereichen des politischen Lebens der DDR agierende Organisation. Einer ihrer Aufrufe im DDR Fernsehen verursachte eine regelrechte Schwemme an Wünschen nach Brieffreundschaften. In einigen Fällen entstanden sogar echte persönliche Freundschaften. Es fanden sich Menschen, die ein gemeinsames Interesse, eine gemeinsame Lebenssicht besaßen und sich darüber austauschen wollten. Es kam auch zu zufälligen, fast kuriosen Zusammentreffen, wie das Beispiel des Reichsbahnelektrikers Jürgen Ring zeigt. Herr Ring erhielt z. B. als Bahnangestellter Freifahrtscheine. Er entschied sich, seine fast vergessene Brieffreundin in Leningrad zu besuchen. Aus diesem ersten Besuch entwickelte sich eine bis heute andauernde Beziehung. Der Film stellt eine Reihe von Menschen vor, deren individuelle deutsch sowjetische Freundschaften sich bis in unsere Zeit erhalten haben.

Der Film eine Produktion von armadaFILM, gefördert mit Mitteln der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg.

CREDITS

Autoren: KARSTEN HEROLD / TOM FRANKE, Dolmetscher & redaktionelle Mitarbeit: ARMIN SIEBERT, Fachberatung: DR. HENNING PIETZSCH, Kamera: TOM FRANKE, Ton: STEPHAN SCHÖBEL / KARSTEN GLÄSER, Schnitt: JOHAN ROBIN, Grafik: ALAIN ROHRBACHER, Musik: LOS BANDITOS / SAALFELDER VOCALISTEN, Tonmischung: MICHAEL GABELMANN, Sprecherin: HANSI JOCHMANN, Redaktion Stiftung Aufarbeitung: DR. SABINE ROSS, Redaktion rbb: JENS STUBENRAUCH, Produktion rbb: RAINER BAUMERT, Regie & Produktion: TOM FRANKE

 

 

2011