Die Stimme Amerikas

Dokumentarfilm (Deutschland 2016, 45 Min, Regie: Tom Franke)

Podiumsgespräch
mit dem Regisseur Tom Franke, der Jazzsängerin Ruth Hohmann sowie dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Rauhut (Universität Agder, Kristiansand/Norwegen)

Anschließend:
Konzert von Ruth Hohmann und Lukas Natschinski
In Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der Film „Die Stimme Amerikas. US-Musik in der DDR“ erzählt, wie die amerikanische Musik nach 1945 zwischen die Fronten des Kalten Krieges geriet. Heftige Debatten entzündeten sich vor allem am Jazz, der lange Jahre als „Sirenengesang des Klassenfeindes“ verurteilt wurde. Einen besonderen Platz räumt die Dokumentation der afroamerikanischen Sängerin Etta Cameron ein, die von 1968 bis 1973 im Ost-Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg lebte.

Stellvertretend für den Umgang der DDR-Führung mit Jazz-Musik steht auch die Geschichte von Ruth Hohmann, der „First Lady of Jazz“ in der DDR. Sie trat zum ersten Mal 1961 zusammen mit den Jazz-Optimisten, einer der ersten Dixielandbands in der DDR, in Berlin auf. Weitere Auftritte u. a. mit Günter Hörig, Manfred Krug, Ernst-Ludwig Petrowsky und Mastermind Klaus Lenz folgten. Doch obwohl Jazz in der DDR offiziell nicht verboten war, wurde auch Hohmann im Anschluss an das berüchtigte 11. Plenum der SED im Dezember 1965 mit einem langjährigen Auftrittsverbot belegt. Erst im Jahr 1972 konnte sie ihre Konzerttätigkeit wieder aufnehmen.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren Tom Franke, Ruth Hohmann sowie Prof. Dr. Michael Rauhut über ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse in dieser Zeit. Danach werden Ruth Hohmann und der junge Klaviervirtuose Lukas Natschinski das Programm mit einem Liveauftritt abschließen.

Freitag, 8. September 2017, 19:00 Uhr

Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig, Tel: (03 41) 22 20-0

Infos beim Zeitgeschichtlichen Forum